Im Kyusho geht es vorwiegend darum Nervenstrukturen durch Druck, Schlag oder Reibung zu manipulieren. Neben der richtigen Art der Manipulation ist ein weiterer Aspekt ganz entscheidend  – der richtige Touch oder Impact.

Aber was bedeutet der richtige Touch?

Hmm, ohne groß sperrig in der Ausführung zu werden, halten wir es einfach! Der richtige Touch ist die Art und Weise, wie die korrekte Aktivierungsmethode ausgeführt wird.

Jene Art und Weise gliedert sich dabei in drei Komponenten, die zueinander im Verhältnis stehen.

  1. Kraft
  2. Kontaktzeit
  3. Durchdringung

#1 Mit wie viel Wumms schlägst Du?

Bei Kraft bzw. Schlagkraft sollte bei jedem eine gewisse Vorstellung im Kopf entstehen, oder? Schlage ich mit Wattebäuschen zu oder hole ich den Hammer raus.

Es geht also um die Härte des Schlagens oder Manipulierens. Umso härter ich zuschlage, desto schlimmer ist der Schaden, den ich anrichte. Da lässt sich schlecht widersprechen?!

Nur ein paar offene Gedanken und Anregungen meinerseits zum Thema „Härte“:

  • Muss es immer hart und kraftvoll sein? Gibt es auch Alternativen?
  • Hartes Schlagen fordert vom Partner viel und irgendwann auch einen Tribut (Verletzungsgefahr).
  • Feste Schläge, Tritte usw. haben immer einen im Verhältnis stehenden Rückstoß, darum ist unser Körper auch einer größeren Belastung ausgesetzt.
  • Starres und hartes Schlagen erzeugt ebenso harte Schutzreaktionen in der Muskulatur des Gegners.

Nichtsdestotrotz halte ich Kraft und besonders kraftvolles Schlagen und Manipulieren für wichtig. Bitte nicht vernachlässigen!

Doch lässt sich Kraft, ganz besonders im Bereich der Nerven- und Sehnenmanipulation gut kompensieren und sogar positiv ergänzen.

#2 Wie lange halte ich Kontakt zum Gegner?

Die zweite Komponente ist die Kontaktzeit der „Waffe“ zur gegnerischen Körperstruktur.

Nerven senden zwar schnell, aber im Bereich von Schmerz und Reaktionen der Bewegungssteuerung nicht ganz so schnell. Man könnte sagen, beides braucht etwas Nachdruck. Eine längere Kontaktzeit zum Nerv oder Körper des Gegners sorgt dafür, dass die Signale stabil gesendet werden können und das Gehirn die nötige Zeit hat die Informationen ordentlich zu verarbeiten.

Das klingt jetzt zwar super langsam, aber versteh das bitte nicht falsch. Wir bewegen und im Bereich von Zehntelsekunden.

#3 Wie tief dringst Du in die Körperstruktur ein?

Die letzte Komponente ist die Durchdringung, also wie tief schlägst Du durch das Ziel hindurch.

Durchdringung und Kontaktzeit hängen eng zusammen. Das ist nur einleuchtend, denn wird ein Ziel getroffen, fliegt dieses ja meistens allein durch die Energie zurück oder es möchte einfach vom Schmerz weg.

Möchte ich also die Kontaktzeit bei gleicher Krafteinwirkung aufrecht erhalten, muss der Weg meines Schlags dem Ziel folgen.

Das spannende an den drei Komponenten zum richtigen Kyusho-Touch ist, dass die Verhältnisse angepasst werden können, ohne einen Wirkungsverlust zu riskieren. Schlage ich also leichter zu, kann ich durch mehr Kontaktzeit und Durchdringung gleiche oder sogar bessere Wirkungen und Körperreaktionen erzielen. 

Ich finde das super genial. Jetzt bin ich gespannt auf deine Erfahrungen und Meinungen.

Viel Spaß beim Training!

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3 Comments

  1. Ihle 8. März 2022 at 12:24 - Reply

    Hoffe irgendwann wieder live dabei sein zu können um von deinem profunde Wissen lernen zu dürfen, Grüße Frank

    • Basty 8. März 2022 at 12:38 - Reply

      Servus Frank,
      das ist nett von dir :-) auch, dass Du diesen Artikel in die Kategorie profundes Wissen steckst.
      Ich hoffe, bald wieder ordentlich unterrichten zu können. Dann geht der Spaß wieder los und ich kann auch endlich wieder was lernen!
      LG Basty

  2. Jan Makowski 6. Juni 2022 at 18:36 - Reply

    Respekt!
    Ein sehr gut gegliederter Blog zu einem sehr komplexen Thema. Habe mir gerade die Trainingskarten gedownloadet. Die Karten sind jeden Cent wert und unterstützen das Studium des Kyusho sehr gut. So eine Trainingsmöglichkeit hätte ich gern früher gekannt.

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